Willkommen im Institut für Volkskunde

Richard Wossidlo zu Besuch im Deutschen Bernsteinmuseum

Anlässlich des 150. Geburtstages von Richard Wossidlo wurde am Samstag, den 17. Januar, 11.00 Uhr, im Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten eine Sonderausstellung über den Begründer der Volkskunde Mecklenburgs eröffnet. Diese und weitere Veranstaltungen finden, unter der Schirrmherschaft von Erwin Sellering, Ministerpräsident des Landes M-V, im Rahmen des "Wossidlo-Jahres" statt. Den Veranstaltungsplan und weitere Informationen finden Sie hier.

 

Das IVK

Das Institut für Volkskunde (IVK) war von 1954 bis 1991 eine Forschungsstelle der Berliner Akademie der Wissenschaften. Hervorgegangen ist es aus dem Nachlass Richard Wossidlos (1859-1939), einem der Gründungsväter der deutschsprachigen Volkskunde. Während sich Wossidlos Sammlungen auf die Volkskultur und Volks-sprache Mecklenburgs beschränken, bezog die 1954 gegründete Forschungsstelle Vorpommern ein.

Mit der Neustrukturierung der Wissenschaftslandschaft wurde die Einrichtung in die Philosophische Fakultät integriert und bietet seither volkskundliche Lehrveranstaltungen im Umfang von 16 SWS an. Das Fach Volkskunde besteht an 30 deutschsprachigen Universitäten, wo es als "Europäische Ethnologie" bzw. "Kulturanthropologie" firmiert. Da in Rostock ein eigener Studiengang fehlt, wird das Angebot in fachverwandte Lehrschienen mit nach Möglichkeit prüfungsrelevanten Themen exportiert oder ist als IDS-Modul frei wählbar.

Aufgabe der Volkskunde ist die Erforschung kultureller Traditionen und deren Wandlungen bis in die Gegenwart. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jh. herrschte die landschaftliche Sammlung und Erforschung kanonisierter Bereiche (Volkserzählungen, Bräuche, Volksglaube, Handwerk, Haus- und Hof, Arbeitsgerät etc.) vor. Mündlichkeit und Überlieferung waren wesentliche Aufnahmekriterien.

Heute versteht sich das Fach als moderne, den Alltag fokussierende Kulturwissenschaft, die z.B. auch die Medien als populäre Erzähler, den Tourismus oder Fragen der Migration thematisiert. Methodisch zentral ist die Feldforschung (Ethnografie). In dem Flächenland Mecklenburg-Vorpommern geht es primär um ländliche und maritime Kulturformen eines niederdeutschen Kultur- und Sprachgebietes. Typische Berufsfelder sind Museen, Medien, Kulturmanagement, Erwachsenenbildung und Forschung.